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Musherlatein

Unter den Schlittenhundehaltern oder auch allgemein unter den Hundehaltern gibt es verschiedene Fremdwörter die oft falsch erklärt oder verstanden werden. Diese Seite gibt einen kleinen Überblick über einige von diesen Begriffen.


Inhaltsverzeichnis
01 - Musher
02 - Gängige Befehle und Kommandos
03 - Aufbau eines Hundegespanns
04 - Ski-,Bikejöring und Pulka
05 - Canicross
06 - Doghandler
07 - Zuggeschirre
08 - Unterschied Alphatier und Leithund
09 - Klassen bei Schlittenhunderennen
10 - Trail

Musher

Was bedeutet der Begriff "Musher" ?

Musher bedeutet soviel wie: "Führer oder Lenker eines Hundeschlittengespanns"!
Ein Musher lenkt sein Gespann durch Kommandos, für ihn sind seine Hunde immer an erster Stelle. Das Führen aller Art der Schlittenhunde zählt darunter, egal ob auf Schlitten, Wagen, Roller, Skiern, Joggen ect.

Schlittenhundegespann

Gängige Befehle und Kommandos

Welche "Kommandos" geben Musher ihren Hunden ?

Es gibt unter den Mushern gängige Kommandos, aber im Prinzip ist es egal was man dem Hund für ein "Wort" als Kommando beibringt, es liegt gänzlich am Training der Kommandos.

Gängige Kommandos hierzulande:

Los laufen Siberian Husky go oder mush (go oder mash)
Rechts abbiegen Siberian Husky gee (tschie)
Links abbiegen Siberian Husky haw (haah)
Rechts halten Siberian Husky gee over (tschie over)
Links halten Siberian Husky haw over (haah over)
Gerade aus Siberian Husky ahead (ahäät)
Langsamer Siberian Husky easy (iesie)
Schneller Siberian Husky get up, "anfeuern"
Zug halten (stärker ziehen) Siberian Husky line out (lein aut), Hike
Wenden Rechts Siberian Husky come gee oder back gee(komm tschie oder bäk tschie)
Wenden Links Siberian Husky come haw oder back hee(komm haah oder bäk haah)
Halt/Stopp Siberian Husky whoa, halt, stop
Stehen Siberian Husky steh, Team steht

Im Prinzip nutzt aber jeder Musher seine eigenen Worte. Meist werden englische Kommandos bevorzugt, weil sie sich untereinander mehr unterscheiden als deutschsprachige Wörter.
Es gibt auch noch mehr Kommandos, z.B. bei schneller, hier "feuert" der Musher seine Hunde durch bestimmte Geräusche an, die die Hunde motivieren sollen, wie z.B. hohes Pfeifen oder Trillern.

Aufbau eines Hundegespanns

Hier die verschiedenen Varianten:

Schlittenhundegespann
Schlittenhundegespann

Die am meisten genutzte Variante ist das "Doppelgespann" Double Hitch, was im oberem Beispiel zu sehen ist. Der Vorteil dieses Gespanns ist, dass die Hunde sich kaum verheddern und es besteht eine optimale Kraftübertragung, auch wenn Hunde stärker und andere weniger stark ziehen, außerdem können sich die Hunde flexibel bewegen. Ganz vorne im Gespann, an erster Position, befinden sich die Leader (Leaddogs), auf Deutsch, Leithund. Er Leitet, so wie der Name schon sagt, das Gespann. Sie spielen in erster Linie die wichtigste Rolle, denn sie müssen die vom Musher übertragenen Informationen (Befehle, Kommandos) verarbeiten und in schwierigen Situationen die nerven bewahren. Leaddogs werden, wie man so schön sagt, zum Leithund geboren.
An zweiter Position befinden sich die Swinger (Swingdogs) und dahinter die Wheeler (Wheeldogs), bei größeren Gespannen nennt man alle anderen Hunde Teamdogs.
Der Wheeldog befindet sich immer an der hintersten Position, also direkt vor dem Schlitten im Gespann. Sie sind die Hunde mit der meisten Kraft, meist sind große und starke Hunde Wheeldogs. Außerdem sind sie noch dafür verantwortlich, dass der Schlitten die Spur hält.
Alle Hunde die sich zwischen den Swing- und Wheeldogs befinden sind die Teamdogs.
Unter Mushern gibt es natürlich noch verschiedene andere Bezeichnungen von Positionen, wie z.B. "Pointdogs" ect.

Im linken Beispiel sieht man ein "Fächergespann". Diese fahren meistens in Grönland mit Grönlandhunden. Beim Fächergespann haben die Hunde die meiste Flexibilität, allerdings überträgt sich die Kraft schlechter als beim "Doppelgespann", weil die Hunde verschieden belastet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es Hunden die nicht mehr so gut können, weil sie z.B. zu alt sind, zurück fallen lassen können, ohne einen anderen Hund zu stören. Der entscheidende Nachteil ist allerdings die Verletzungsgefahr in den Leinen.
Diese Art von Gespann wird in Europa selten eingesetzt, weil man ein weitläufiges Gebiet dazu braucht, wo sich "nichts" auf der Strecke befindet, kein Baum, kein Gar nichts. Diese Art von Gespanne lassen sich sehr schwer lenken, meist benutzen die Musher eine Peitsche mit der sie über die Hunde schlagen (nicht auf die Hunde) und dann wissen die Hunde, durch das Geräusch in welche Richtung es schallt, wo es weiter geht.

Im unterem Beispiel sieht man ein sogenanntes Tandem Hitch. Dies hat den Vorteil das die Hunde sich nicht verheddern und dadurch das Verletzungsrisiko viel geringer ist, als bei den anderen beiden Beispielen. Ein weiterer Vorteil ist das die Hunde nicht einfach ohne Probleme umdrehen können. Der Nachteil ist allerdings das die Hunde sehr unflexibel sind und die Kraftübertragung auch hier nicht optimal ist. Für nicht soviele Hunde geeignet. Meist genutzt für Pulka-fahren
(mehr über Pulka im Siberian Husky "unteren Beispiel, Ski-Jöring und Pulka"Siberian Husky)

Schlittenhundegespann

Ski-,Bikejöring und Pulka

Bei beiden Varianten lässt sich der Musher vom Hund auf den Skiern/Fahrrad ziehen, der unterschied ist nur das er bei Pulka fahren noch eine sogenannte Pulka zwischen sich und dem Hund hat. Eine Pulka ist soeine Art kleiner Hundeschlitten, den man mit Proviant füllen kann. Zum ziehen bekommen die Hunde Pulkageschirre und laufen dabei im Tandem (Tandem im Beispiel Siberian Husky"oben"Siberian Husky gezeigt). Beim normalen Skijöring oder Bikejöring fährt man ohne diese Pulka, da befindet sich der Hund direkt vor dem Musher am Bauchgurt und die Hunde tragen normale Zuggeschirre.

Canicross

Canicross ist im Prinzip nichts anderes als das "Laufen mit dem Hund" im Gelände. Der Läufer trägt dabei einen Laufgürtel, an diesen befestigt ist eine Leine mit einem Ruckdämpfer. An der Leine ist der Hund mit einem Geschirr befestigt. Dieser zieht den Läufer über die Distanz. Canicross ist eine offiziell anerkannte Sportart, bei Wettkämpfen bevorzugt in der Schlittenhundeszene. Es werden von den Läufern extrem hohe Geschwindigkeiten auf Kurzstrecken (ca. 4 bis 15 km) abverlangt, anders als bei Langstreckenrennen wie z.B. beim Marathonlauf. Ein gut trainierter Hund hilft dabei die Geschwindigkeit hoch zu halten.
Meine persönliche Canicross-Erfahrung

Doghandler

Wenn der Musher viele Hunde hat und Hilfe braucht beim Versorgen und Auslasten der Hunde, besorgt er sich einen Doghandler.
Er kümmert sich um alle Hunde, reinigt den Auslauf und den Zwinger, füttert die Hunde und spannt sie vor den Schlitten/Wagen ect.

Zuggeschirre

X-Back-Geschirr

Die meisten Schlittenhunde tragen X-Back-Geschirre um lasten ziehen zu können. Durch das X-Back wird das Gewicht der Last gleichmäßig verteilt, die Hunde können dadurch mit vollem Körpereinsatz ziehen. Der Druck beim ziehen bezieht sich hauptsächlich auf den Lendenbereich. Es es sich relativ leicht an- und ausziehen.

H-Back-Geschirr

Bei anderen Hunderassen wird auch gerne das H-Back-Geschirr verwendet, weil jene sich besser einstellen lassen auf die Körperform des Hundes. Es wird auch für Langstreckenfahrten lieber verwendet, da Iliosakralgelenke im Trapp geschont werden.

Pulka-Geschirr

Pulka-Geschirre sind hauptsächlich für das ziehen an der Pulka geeignet.
Siehe "Pulka", "Tandem Hitch" Siberian HuskyobenSiberian Husky.

Weitere Geschirrtypen

Gibt es auch noch andere Varianten, wie z.B. das Fishback oder Siwash, je nach Körperform des Hundes und Länge der Strecke, eignet sich das Eine mehr oder weniger für den Hund.
Es gibt auch viele Hersteller die ihren Geschirren eigene Bezeichnung verleihen.
Zuggeschirre wie sie hier aufgeführt werden, sind nicht für den normalen Gassi-Geh-Hund angedacht.
Falsche Anwendung oder Abmessung kann bei Hunden zu schweren Gelenkschäden führen.

Hundegeschirre

Unterschied Alphatier und Leithund

Ein Alphatier ist im Prinzip der Chef im Wolfs-/Hunderudel. Meist sind Alphatiere die intelligentesten und nicht unbedingt die stärksten Hunde im Rudel (oft Weibchen). Sie beweisen den anderen Rudelmitgliedern durch Souveränität und Intelligenz wer der Boss ist im Rudel. Umso besser ein Alphatier sich im Rudel beweist desto stärker ist das Rudel. Das Alphatier koordiniert und beschützt die Rudelmitglieder. In einem Rudel wo der Alpharang nicht geklärt ist, gibt es meist Kämpfe um den Rang. Wenn das Alphatier älter wird und nicht mehr die Kraft hat sein Rudel unter Kontrolle zu halten, gibt er den Rang an andere Rudelmitglieder ab.
Man sollte das Wort Alphatier niemals mit dem Wort Leithund gleichstellen. Denn Alphatier hat etwas mit der Rudelstruktur innerhalb eines Rudels zu tun und das Wort Leithund (Lead/Leader) kommt aus der Mushersprache, er koordiniert das Schlittenhundegespann und setzt somit die Befehle des Mushers um (im Beispiel oben Siberian Husky Leader Siberian Husky). Das Alphatier muss nicht grundsätzlich auch der Leithund sein.

Die gängigen Klassen bei Schlittenhunderennen

Es gibt bei Rennen verschiedene Klassen, ich werde ein paar hier aufführen, wie sie in Deutschland vorrangig angewendet werden.


1 bis 2 Hundeklassen (Skandinavier) *0

Canicross/Cross/Skijöring Canicross Läufer/Skiläufer mit Hund *0
SD/SHSkiläufer Läufer/Skiläufer mit Pulka und Hund (SD=Damen, SH=Herren) *0
S/Bikejöring/S-Velo S-Velo Radfahrer mit Hund *0
S-Scooter/Roller Scooter Scooter mit Hund *0

Schlitten/Wagenklassen

DRennklassen 2 Hunde
CKlasse 2 bis 4 Hunde
BRennklasse B 5 bis 6 Hunde
ARennklasse A 7 bis 8 Hunde (keine Untergliederung)
O/OffenRennklasse Offen 10 bis > (keine Untergliederung)
Happy Dog/SeniorRennklasse Senior Hunde müssen mindestens 8 Jahre alt sein (keine Untergliederung)

Es gibt in den meisten Klassen, nochmal eine Untergliederung

1 (z.B. C1) Alaskan Malamute reinrassig Siberian Husky
2 (z.B. D2) Grönlanhunde reinrassig Alaskan Malamuten, Grönlandhunde, Samojeden
3 (z.B. C3) Samojeden alle anderen Hunde (z.B. GTH's, ect.)

*0 Es gibt Rennen in denen nur oder auch noch
zusätzlich in RR und NR unterschieden wird:
bei RR = ReinRassig - zählen nur reinrassige Schlittenhunderassen,
bei NR = NichtReinrassig - wie in "3", alle anderen Hunderassen,
je nach Veranstalter gibt es diese Unterordnung oder eben nicht.

Frank Trinkler in C2 Schlittenhunderennen Alaskan Malamuten

Drei Beispiele:
Ein Gespann mit 4 Alaskan Malamuten am Wagen = Klasse C2 (siehe Bild)
Ein Gespann mit 6 Siberian Huskies am Schlitten/Wagen = Klasse B1
Läufer (Canicross) mit 2 Siberian Huskies = Klasse Cross RR

Trail

Ein Trail ist die Strecke (Weg) auf der ein Schlittenhundegespann läuft. Auf Rennen werden, z.B. Trails vorher gespurt (mit Stäben und Spuren), damit die Musher wissen wo der Trail (Weg) lang geht.

Mehr Informationen (unsere Empfehlung)

Wer Schlittenhunde in der Praxis "live" erleben möchte, schaut einfach mal den folgenden Link an:
www.Huskies-Erleben.de

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