Siberian Husky
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Canicross

- Ein Amatuer-Erfahrungsbericht -

Ich möchte euch meinen Anfänge zum Canicross hier schildern,
wie ich dazu gekommen bin und worauf ich wirklich wert lege.
Ihr findet hier Tipps & Tricks wie ich meinen Körper bei diversen Belastungen
in den Griff bekommen habe. Was für den eigenen Körper in welchen Mengen wichtig ist,
kann allerdings nur ein spezialisierter Arzt beurteilen.

Ganz unten auf dieser Seite findet ihr noch eine kleine Statistik - Topzeiten-Trainingsläufe (3).

Canicross kurz gefasst

Ich möchte hier nicht detailliert erläutern was Canicross ist,
das findet ihr auf anderen Internetseiten, wie z.B. Wikipedia.

Canicross ist im Prinzip nichts anderes als das "Laufen mit dem Hund" im Gelände.
Der Läufer trägt dabei einen Laufgürtel/Bauchgurt, an dem Gürtel befestigt ist eine Leine mit einem Ruckdämpfer. An dieser sogenannten Zugleine ist der Hund mit einem Geschirr befestigt.
Der/die Hunde ziehen den Läufer über die Distanz.
Canicross ist eine offiziell anerkannte Sportart, bei Wettkämpfen bevorzugt in der Schlittenhundeszene.
Es werden von den Läufern extrem hohe Geschwindigkeiten auf Kurzstrecken (ca. 4 bis 15 km) abverlangt.
Ein gut trainierter Hund hilft dabei die Geschwindigkeit hoch zu halten.

Mein weg zum Canicross (kurze Vorgeschichte)

Ich bin mit Argon und Mascha ca. 2 mal die Woche Fahrrad fahren gewesen, damit sie eine "Husky-gerechte Auslastung" bekommen.
Im Jahr 2012 wurde Argon, als er beim normalen Gassi-Gehen an der Leine war, durch einen freilaufenden Hund fast totgebissen.
Seitdem ist es mir leider nicht gelungen, dieses Trauma komplett aus seinem Kopf zu verbannen.
Argon ist seit jeher ängstlich anderen Hunden gegenüber geworden und bei Rennen hat er dadurch eine Tendenz beim Überholvorgang zu anderen Hunden rüber zu schnappen.
Bisher ging immer alles gut, aber das Risiko, dass sich dieses schlechte Erlebnis wiederholt, ist mir einfach zu hoch.
Darum habe ich mir überlegt, was kann ich mit den Hunden machen, ohne Argon bei Rennen am Stake Out lassen zu müssen. Da ich mit Argon im Welpenalter ab und an joggen gewesen bin, viel mir der Begriff "Canicross" ein.
Beim Canicross muss man zwar auch überholen, aber ich habe die Möglichkeit im Notfall noch in die Leine zu packen.
So begann ich am 30.12.2014 spontan 2 -3 mal die Woche mit Argon und Mascha zu laufen und entdeckte ein neues Hobby für meine Hunde und mich.

Siberian Huskies Argon und Mascha beim Canicross

Training für das Rennen

Ich bin kein Profisportler, denn für mich ist es lediglich eine Art und Weise meine Hunde aus zu lasten. Mein persönliches Ziel war bis zum Schlittenhunderennen in Oberndorf, im November 2015, eine Laufleistung von 4,30 min/km zu erreichen.
Die Strecke dort beträgt nur 4,2 km, mir war aber klar, dass ich mindestens auf das Doppelte trainieren musste.
Nun begann ich am 30.12.2014 mit dem Training.

2.1 Intervalltraining
Zu Beginn bin ich im Intervall gelaufen, d.h. 3 min. zügig laufen, dann 30 sek. zügiges gehen und das immer im Wechsel auf 4,5km.
Normalerweise sollte man das dann langsam ausweiten, also das die Laufintervalle länger werden.
Leider ist das mit den Hunden relativ schwierig gewesen, da sie beim Gehintervall immer den Drang hatten, überall herum zu schnüffeln und zu markieren.
Beim laufen selbst, war das kein Problem, weil sie das konsequente ziehen am Fahrrad gewöhnt waren.
Ich ging also viel zu früh in das "reine Lauftraining" über.

2.2 Reines Lauftraining
Nach ca. 10 Intervallläufen versuchte ich also durch-zulaufen, um das Stocken der Hunde zu vermeiden.
Bisher verspürte ich immer minimalen Muskelkater, der meist einen Tag später wieder verschwand.
Nachdem ich nun das erste Mal durchlief (mit einer kurzen Pause in der Mitte der Strecke) auf ca. 6km, merkte ich beim laufen selbst, dass meine Ausdauer schnell nach lies und ich gedrosselt laufen, bergauf gar gehen musste.
So quälte ich mich noch 4 - 6 Mal, bis ich dann schmerzen bekam.

Canicross

2.3 Beschwerden
Bisher hielt ich nicht viel vom dehnen und auch nicht von längeren Erholungspausen.
Doch als ich über eine Dauer von 3 Wochen Knieschmerzen verspürte (vorrangig vom Bergablaufen mit den Hunden) musste ich was tun.
Ich war nun knapp davor zum Orthopäden zu gehen, als ich Eisenmangel als mögliche Ursache im Internet laß. Mein normaler Fleischkonsum reichte wohl nicht aus um genügend Eisen aufzunehmen.
Auch hatte ich Beschwerden in den Muskeln, durch vermehrtes zucken im Bereich der Waden, Oberschenkel und Augen, dies führte ich auf Magnesiummangel zurück.
Um mehr Eisen und Magnesium aufzunehmen, bereitete ich mir nun regelmäßig Müsli zu. Allerdings nicht dieses fertige Müsli, sondern selbst zubereitet u.a. aus Haselnusskernen, Sesam, Sonnenblumenkernen, Kokos, Rosinen, Quark/Joghurt und frischem Obst.
Außerdem hatte ich immer häufiger viel zu lange Muskelkater, dieser ließ sich bekämpfen durch ca. 5 min. langes dehnen nach dem Training, aller belasteten Muskeln.
Es dauerte keine Woche und alle Beschwerden waren vorerst beseitigt.

2.4 Leistung, Leistung, Leistung
Nun waren ca. 3 - 4 Monate konsequentes Training vergangen und ich konnte locker 7 km durchlaufen ohne Pause. Grundsätzlich war/ist es so, dass sich auch mit fast jedem Training die Geschwindigkeit minimal verbessert. Doch um noch mehr Leistung in kurzer Zeit raus zu holen, brauchte ich einen Motivator.
Das Handy hatte ich auch aus Sicherheitsgründen bis dahin immer mit dabei, also warum nicht mit einer App laufen.
Ich probierte ein Paar aus, war aber nicht wirklich zufrieden.
Mein Schwager empfiehl mir dann die App "Runtastic Pro", diese App kostet nicht viel und ist ein super Trainer für mich.
Diese App sagt mir jeden Kilometer wie schnell ich bin und man kann auch im Wettkampf gegen seine vorherige Zeit laufen. Das motivierte mich extrem um noch schneller zu werden.

2.5 Hohe Temperaturen
Nun war der Sommer 2015 erreicht. Ein durchschnittlich warmer und sehr trockener Sommer im Sauerland.
Als Läufer kann man hohe Temperaturen nach meinem empfinden gut weg stecken, wobei sich meine Zeiten ausnahmsweise in den Sommertagen nicht wirklich verbesserten. Sicherlich hat man mehr Kreislaufprobleme, diese lassen sich aber durch viel Wasser trinken leicht bekämpfen.

Da ich aber vorne noch meine beiden Huskies an der Zugleine habe, entstand ein neues Problem. Ich wollte unbedingt mein Trainingsniveau halten, aber das ging bei 23 - 28C° leider nicht. Außerdem hatte ich aber auch keine Lust ohne die Hunde zu laufen, denn schließlich laufe ich ja für meine Hunde. Ich verkürzte die Strecke an warmen Tagen wieder auf 4 bis 5 km, nur bei Nachtläufen hielt ich meine Distanz bei. Dadurch ergab sich aber ein unglaublicher Geschwindigkeitsanschub, da ich ja wusste die Strecke ist kürzer.
Für die Hunde war es aber mehr eine Quälerei.

Läufer mit Hund 2015

2.6 Es macht Spaß
Erst nach ca. 7 Monaten Training merkte ich, dass laufen für mich keine Überwindung mehr kostet.
Ich habe nun endlich einen Punkt erreicht, wo mir mein Kopf sagt ich möchte am liebsten morgen gleich wieder laufen.
Jetzt musste ich mich erneut etwas bremsen. Da mein Körper vor einem halben Jahr noch 0 Training hatte, ist er noch lange nicht in der Lage täglich zu laufen, zumindest nicht auf dem Trainingsniveau, die Geschwindigkeit hoch zu halten.
Ich blieb also weiterhin bei 2 bis 3 Mal die Woche, auch zwangsläufig muss ich auf dem Niveau bleiben, da ich meine Hunde sonst nicht mehr Motiviert bekam und mein Ziel können wir nur gemeinsam erreichen.
Ich entschied für mich, nicht öfter laufen, sondern etwas weiter.

2.7 Längere Strecke
Als die Temperaturen wieder unter die 20C° vielen, pegelte ich meine Strecken zwischen 8 und 11 km ein.
Den Hunden machte das nichts aus, sie liefen ihren Trott wie bisher.
Ich muss dazu noch sagen, meine zwei Huskies ziehen nicht mit vollgas die gesamte Distanz, dass für mich förderliche starke ziehen beschränkt sich dummerweise auf Bergabpassagen und Jagdläufen durch den Wald.
Ein guter Canicrosshund wie es meist die GTH's sind, ziehen vollgas die ganze Distanz durch.
Ich selbst bekomme es nicht hin meinen Hunden dieses Leistungsniveau näher zu bringen. Ich bin der Meinung, das ist bei einem Husky auch sehr schwer. Froh bin ich das meine Hunde, ohne zu Stocken, die Leine durchgehend straff halten und ab und mal richtig anziehen.
Für einen Profi würde das wohl nicht reichen, bei uns zählt aber vorrangig der Spaß.

2.8 Erneut leichte Beschwerden
Aufgrund der 10 km Distanzen und immer höher werdenden Geschwindigkeiten fällt es mir bislang immer schwerer meinen Körper mit genügend benötigten Stoffen zu versorgen.
Außerdem bekam ich nach ca. 9 Monaten Training ab und zu leichte Rücken- und Leistenbeschwerden.
Leider habe ich keinen Personaltrainer der mir sagt, du machst dieses und jenes falsch.
In der eigenen Familie gibt es aber oft hilfreiche Tipps, meine Mutter empfiehl mir Bauchmuskeltraining.
Es geht dabei darum seine Rückenmuskulatur zu trainieren, dafür gibt es verschiedene Methoden.
Vor jedem Training versuche ich nun meine Rückenmuskulatur zu stärken und auch zwischendurch auf der Arbeit, durch verschiedene Übungen ca. 15 min.

Außerdem hatte ich wiedermal mit Magnesiummangel zu kämpfen.
Bisher trank ich meist Leitungswasser vor und nach dem laufen.
Ich kaufte mir nun im Getränkemarkt Wasser mit hohen Magnesiumgehalt (diese Wasser müssen garnicht viel kosten).
Außerdem nahm ich vorübergehend ab und an eine Zinktablette (2x im Monat), um den Stoffwechsel und Müdigkeitserscheinungen in den Griff zu bekommen. Ob es wirklich etwas gebracht hat, weis ich nicht, aber Zink bei Sportlern schadet in geringen Mengen nicht. Zink findet man aber auch in Hülsenfrüchten, speziellen Säften oder in Babynahrung.
Ich persönlich versuche eigentlich so gut es geht alle Spurenelemente und Nährstoffe über natürliche Produkte zu mir zu nehmen. Beim nächsten Arztbesuch werde ich meine Blutwerte einmal auswerten lassen, damit ich Mangelerscheinungen im Körper besser vorbeugen kann.

2.9 Das Rennen
Nun war es endlich soweit, das Rennen stand vor der Tür.
Meine Erwartungen waren angesetzt auf den Top 5 zu landen, durch mein, für mich, hartes Training traute ich mir das durchaus zu.

Vor dem Rennen pausierte ich für 5 Tage mein Training, damit mein Körper eine ausreichende Erholungsphase hatte.
Am Renntag selbst ging ich mit Argon und Mascha vorher ca. 3 km Gassi, damit sie nochmal in Ruhe sich entleeren konnten.
Dann habe ich mich knapp vor dem Start alleine ca. 2 - 3 km warm gelaufen.

An beiden Renntagen belegten wir überraschenderweise Platz 1 von 19 Startern.
Ich war wirklich sehr überrascht und konnte es kaum fassen.
Gut, man muss natürlich sagen, dass Schlittenhunderennen in Oberndorf ist zwar ein großes Rennen, aber keines mit den man sich messen kann.
Trotzdem war es mein erstes Rennen in der Kategorie Canicross und dass ich das gewinnen würde, damit habe ich nie gerechnet.

Canicross Halbarathon Marcel Trinkler


2.10 Nach dem Rennen ist vor dem Rennen
Da ich ja jetzt Blut geleckt habe, kann ich kaum meine Füße mehr still halten.
Wir werden weiter trainieren, weil es uns Spaß macht und wir sind gespannt auf welchen Rennen wir in Zukunft noch alles mitlaufen werden.


2.11 Halbmarathon und Schuhwerk
In unserem direkten Umfeld gibt es leider kaum Canicrossrennen.
Also ist jeder Start mit einer meist großen Anreise verbunden.
Allerdings bieten bei uns in der Umgebung diverse Sportvereine regelmäßig rennen an, den Sommer über nahezu jedes Wochenende.
Leider dürfen Hunde nicht daran teilnhemen, aber ich habe mir da zum Ziel gesetzt erfolgreich auf Halbmarathon zu trainieren.
Den Hunden ist das auf so eine lange Strecke eh zu belastend, wegen der vielen Asphaltierten und Geschotterten Strecken hier in der Umgebung, das geht auf die Gelenke und Pfoten.
Auch für uns Menschen ist die Gefahr der Gelenkprobleme nicht zu unterschätzen.
Richtiges Schuhwerk ist das A und O und auch das regelmäßige Wechseln der Schuhe.
Ich z.B. trainiere 2x die Woche zwischen 12 und 22km, dafür muss ich mir jedes halbe/dreiviertel Jahr ein neues paar Laufschuhe zulegen, das macht pro Paar ca. 120 - 160€. Ich hatte mir das Hobby auch etwas günstiger vorgestellt, aber auf keinen Fall sparen auf Kosten der eigenen Gesundheit.

Topzeiten Trainingsläufe

3.1 Sprintläufe (früher bis heute)
Datum - Distanz - Tempo/Pace - Durchschn. Geschwindigkeit - Gesamtdauer - Bergaufstrecke
- 30.12.2014 - 04,57 km - 06:24 min/km - d= 09,6 km/h - 00:29:18 min. - 97m.
- 03.01.2015 - 06,95 km - 05:28 min/km - d= 11,0 km/h - 00:38:04 min. - 101m.
- 04.03.2015 - 06,48 km - 05:10 min/km - d= 11,6 km/h - 00:33:33 min. - 162m.
- 29.03.2015 - 06,66 km - 04:48 min/km - d= 12,5 km/h - 00:32:03 min. - 98m.
- 14.07.2015 - 06,60 km - 04:42 min/km - d= 12,8 km/h - 00:31:01 min. - 101m.
- 17.08.2015 - 10,14 km - 04:32 min/km - d= 13,2 km/h - 00:46:00 min. - 147m.
- 28.08.2015 - 09,49 km - 04:26 min/km - d= 13,5 km/h - 00:42:00 min. - 146m.
- 12.10.2015 - 12,15 km - 04:17 min/km - d= 14,0 km/h - 00:52:03 min. - 210m.
- 29.11.2015 - 10,86 km - 04:14 min/km - d= 14,2 km/h - 00:45:59 min. - 167m.
- 15.02.2016 - 10,64 km - 04:10 min/km - d= 14,4 km/h - 00:44:25 min. - 226m. [s]
- 13.05.2016 - 13,03 km - 04:00 min/km - d= 15,0 km/h - 00:52:13 min. - 198m.


3.2 20km und längere Läufe (früher bis heute)
Datum - Distanz - Tempo/Pace - Durchschn. Geschwindigkeit - Gesamtdauer - Bergaufstrecke
- 02.05.2016 - 21,52 km - 04:28 min/km - d= 13,4 km/h - 01:36:26 min. - 285m. [s]
- 09.09.2016 - 19,91 km - 04:26 min/km - d= 13,5 km/h - 01:28:20 min. - 66m.

Für mich ist besonders die Tempo/Pace - Zeit wichtig,
weil nur diese Zeit mir die tatsächliche Leistungssteigerung anzeigen kann.
Außerdem ist noch entscheidend wie viele Bergaufpassagen eine Strecke hat und die Länge der
Strecke im Verhältnis zur Tempo/Pace-Zeit -> schnellster Lauf mit [s] markiert.


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